„Die Arbeitswelt befindet sich in einem starken Wandel“. Diese pauschale Aussage hat auch vor der Pandemie bereits breite Zustimmung erhalten. Getroffene Sicherheitsmaßnahmen haben diesen Wandel allerdings in unerwartetem Maße beschleunigt. Er findet sogar in Bereichen stattfinden, bei denen diese Entwicklung sonst mit Sicherheit noch lange hätte auf sich warten lassen.

 

Was bedeutet das für unsere Arbeitswelten? Was hat sich bereits gewandelt? Was wird sich weiterhin wandeln? Und welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich dadurch?

 

Bei mediaDIALOG stehen wir tagtäglich mit unseren Kunden in Kontakt zu Themen rund um die digitale Verwaltung Ihrer Büro- und Arbeitsflächen. Dementsprechend interessant gestaltet sich speziell die Zeit seit März 2020 für uns. Während zuvor überwiegend die optimale Verwaltung der Besprechungs- und Konferenzräume im Fokus unserer Kunden stand und flexible Arbeitsplätze eher Ausnahme als Regel waren, haben sich die Prioritäten zunächst stark verschoben. Der Großteil der Bürobelegschaft konnte binnen kürzester Zeit die Option nutzen, die im Homeoffice zu arbeiten angeboten. Das hat die Büroauslastung deutlich reduziert. In der Folge wurden Mindestabstände eingehalten. Der Geschäftsbetrieb lief dank des großen Anteils an Homeoffice weiter.

Einige Unternehmen taten sich leicht, da vereinzelte Homeoffice-Tage bereits vorab möglich waren und die technische Infrastruktur somit bereits bereit stand. Andere Unternehmen hingegen vollzogen einen Kaltstart, der hier und da noch etwas holprig verlief. Schlussendlich führte er aber zu überwiegend positiven Ergebnissen.

Homeoffice in der Zeit vor, während und nach der Pandemie

Eine Bitkom-Studie vom 08. Dezember 2020 unterstreicht, dass Berufstätige im Corona-bedingten Homeoffice überwiegend positive Erfahrungen gemacht haben. Auch nach der Pandemie möchten sie flexibel arbeiten. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten mehr als 10 Millionen Menschen ausschließlich im Homeoffice.

Die Mehrheit der Arbeitnehmenden empfindet das Homeoffice dabei als positiv. So fühlen sich 80 Prozent der Befragten weniger gestresst, da bspw. der zeitaufwändige Arbeitsweg komplett entfällt. Hinzu kommen die positiven Aspekte der besseren Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Nicht unerwähnt sollte aber auch bleiben, dass es weiterhin Mitarbeitende gibt, die den Arbeitstag lieber im Büro verbringen. Zum Teil weil das Unternehmen eine starke Präsenzkultur vorsieht, zum geringen Teil aber auch aus privaten Motiven (z.B. strikte Trennung von privatem und beruflichem).

Festhalten lässt sich anhand dieser Befragung jedenfalls, dass Homeoffice vor allem seitens der Arbeitnehmenden geschätzt wird. Das dürfte sich letztlich auch in der Zufriedenheit und somit der Arbeitsmoral widerspiegeln.

Bedeutet dies nun, dass wir alle nach Möglichkeit dauerhaft im Homeoffice arbeiten sollten?

Für den ein oder anderen mag dies zutreffen. Der Großteil der im Homeoffice arbeitenden Mitarbeitenden wird in den vergangenen Monaten allerdings trotz virtueller Meetings per Videokonferenz festgestellt haben, dass die soziale Komponente des Berufslebens zum Teil gelitten hat. Gerade neuen Mitarbeitenden fällt die Einbindung in das soziale Berufsleben ohne persönlichen Kontakt vor Ort meist schwerer.

Bedeutung für moderne Arbeitswelten

Deutlich wird, dass die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, in den meisten Unternehmen auch nach der Pandemie nicht mehr die exotische Ausnahme darstellt. Sie ist vielmehr die Regel, die mehr oder weniger stark ausgeprägt sein wird. Hybrid-Office wird sich zur gelebten Realität etablieren. Tätigkeiten bspw, die ein hohes Maß an Konzentration und Ruhe erfordern, können sehr gut und effizient im Homeoffice erledigt werden. Der Austausch in Projektgruppen hingegen, sowie die soziale Bindung können besser vor Ort im Büro aufrechtgehalten werden. An diesem Punkt wenden sich viele Kunden an uns, da mit dieser Erkenntnis meist auch eine Umgestaltung der bestehenden Arbeitsfläche einhergeht.

Der Status Quo spiegelt sich häufig in fest zugewiesenen Arbeitsplätzen/Schreibtischen wider. Mitarbeitende nutzen diese nun aber nur noch tageweise. An an Homeoffice-Tagen stehen sie ungenutzt leer. Eine nachhaltigere Flächennutzung erreichen Unternehmen meist durch flexible Arbeitsplätze. Bei üblichen Quoten zwischen 0,5 und 0,8 können sie dadurch die Anzahl an Schreibtischen deutlich reduzieren. Freigewordene Fläche kann dabei entweder zu Kosteneinsparungen (Abmieten bestehender Gebäude/Etagen/Büros) beitragen oder im Sinne einer kollaborierten Arbeitswelt umgestaltet werden.